Unser Projekte. . . Musikinstrumente aus Kalkutta
 

Das Projekt

Im Zentrum der brodelnden Metropole Kalkutta steht ein altes Gebäude, in dem die von uns importieren Musikinstrumente hergestellt werden. Schon unter den Briten war Kalkutta berühmt für seine Musikszene. Der mit uns zusammenarbeitende Familienbetrieb ist bereits in der dritten Generation mit dem Instrumentenbau beschäftigt. 15 Männer arbeiten in dem Projekt, wobei drei Brüder dabei eine führende Position innehaben. Die Gruppe setzt sich zu gleichen Teilen aus Muslimen und Hindus zusammen, die ursprünglich aus unterschiedlichen Teilen Indiens kommen. Sie arbeiten von Montagmorgen bis Samstagmittag, da viele der Handwerker weiter außerhalb leben und das Wochenende bei der Familie verbringen wollen. Während der Woche schlafen sie in der Produktionsstätte. Drei Handwerker aus dem fernen Uttar Pradesh bekommen jährlich zwei Monate Urlaub, um in ihre Heimatdörfer zu gehen.

Der Handel

Obwohl in Indien Musik einen zentralen Stellenwert hat, läuft das Geschäft mit den Instrumenten nur schleppend. Dennoch werden 50% der in "unserem" Projekt hergestellten Waren auf dem indischen Markt verkauft. Die hiesigen Konditionen verschlechtern sich jedoch jedes Jahr. Der Export trägt zum Erhalt des Lebensstandards der Handwerker bei. Trotzdem haben sie oft nicht genug Arbeit. Ihr Hauptproblem in dem hart umkämpften Markt ist dabei das Marketing

Indische Musik

Indien hat die älteste Musikkultur dieser Erde. In der Hinduvorstellung war es der Gott Shiva selbst, der die Menschen vor 8.000 Jahren Musik und Tanz lehrte. Shiva schuf Flöte spielend den Kosmos. Die Grundlage indischer Musik ist sangeet, eine Kombination aus drei Kunstformen: Gesang, Instrumentalmusik und Tanz. Im alten Indien wurde Musik meistens für den Tanz komponiert. In der heutigen Musik stützt man sich auf zwei Säulen raag und taal, Melodie und Rhythmus. Zwei große Musiksysteme werden unterschieden. Auf der einen Seite gibt es in Nordindien Hindustani Sangeet, dessen Quelle die religiöse Musik, genauer die rezitativen Gesänge der alten vedischen Hymnen sind. Auf der anderen Seite gibt es in Südindien Karnata Sangeet, das sich eher aus Volksliedern speist. Für jeden indischen Musiker ist Musik gleich einer religiösen Erfahrung, einer Zwiesprache mit der Schöpfung. Die traditionelle Lehre basiert auf der Vermittlung des musikalischen Wissens eines Gurus (Lehrer) an seinen shishya (Jünger). Viele klassische Musikschulen, gharanas, in Nord- und Südindien entstanden schon vor 2500 Jahren.

Die heutige indische Musik stützt sich auf zwei Säulen: raag und taal. Raag ist die Melodie, die grob mit der westlichen Tonleiter verglichen werden kann. Taal ist der Rhythmus, der sehr komplex und variabel, ganz anders als der europäische Rhythmus ist. Das Rohmaterial für die Instrumente ist Holz, Ton, Leder und Blech. Diese finden sich ohne Probleme auf indischen Märkten.

 
 


 
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