Unser Projekte. . .  Lederwaren aus Kalkutta
 

Die Stadt

Kalkutta - im Jahr 2000 umbenannt in Kolkata - hat in Europa den Ruf, besonders arm und dreckig zu sein. Was viele nicht wissen, ist die Tatsache, dass die Stadt an der Mündung des Ganges Indiens wichtigste Kulturmetropole ist. Von den Engländern 1690 gegründet und von ihnen für lange Zeit als Hauptstadt von British India genutzt, kam Kalkutta früh in den Genuss von Modernisierungen, sowohl technischer wie auch geistiger Natur. Unter anderem wurde hier 1872 Asiens erste moderne Universität gegründet. Viele wichtige Künstler und Literaten stammen von hier. Am bekanntesten ist wohl der Dichter Rabindranath Tagore. In seinem Ashram wurden die bei den von uns importierten Lederwaren angewandten Präge- und Batiktechniken entwickelt.

Das Material

Leder gilt unter Hindus als sehr unreines Material, da es sich um Teile von toten Tieren handelt. Traditionell wurde seine Verarbeitung deshalb von Muslimen oder Angehörigen der so genannten unberührbaren Kasten übernommen. In den letzten Jahren hat sich Kalkutta dennoch zu einem Zentrum für die indische Lederverarbeitung entwickelt. Da kaum maschinelles Kapital notwendig ist, ist dieses eine gute Möglichkeit, für die Bewohner der Slums eine geregelte Einkommensmöglichkeit zu schaffen. Für die von uns importierten Waren wird in erster Linie Ziegenleder verarbeitet, das nicht chemisch gegerbt sondern nur mit Salzwasser und natürlichem Alkaloid gegerbt wird.

Das Projekt

Die von der Chotanagpurgruppe importierten Waren bekommen wir über zwei unserer indischen Partner, die Equitable Market Organisation (EMA) und Artisen Well. Beides sind sozial orientierte Faire-Handels-Organisationen, die unter anderem in den Slums von Kalkutta Projekte zur Einkommensverbesserung initiiert. Die Arbeit ist in kleinen Gruppen, Familien oder Genossenschaften, organisiert. Die Handwerker erhalten zu Beginn eine Ausbildung von einem Meister. Mittlerweile hat sich der Absatz auf dem heimischen Markt recht gut entwickelt. Für den größten Teil des Jahres liegen genug Anfragen vor. Dennoch reicht die Auftragslage nicht, um für die Handwerker Arbeit für das ganze Jahr zu garantieren. Diese Lücke soll durch den Export ins Ausland geschlossen werden.

 
 


 
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